Körperorientierte Traumatherapie
in der Osteopathie
Als Osteopathin ist es in meiner Natur, ganzheitlich zu denken. Dazu gehört die Lebensgeschichte eines Menschen zu berücksichtigen, auch jene Erlebnisse, die möglicherweise noch nicht vollständig verarbeitet sind und unter der Oberfläche schwelen. Diese Einflüsse sollten nicht vernachlässigt werden, denn sie sind oft ein entscheidender Schlüssel für mehr Wohlbefinden und eine ganzheitlichere Gesundheit.
In meiner Praxislaufbahn habe ich häufig die Erfahrung gemacht, gemeinsam mit meinen Patientinnen in einen geschützten Raum einzutauchen, in dem sie sich sicher fühlen können und ich als vertrauensvolle Begleiterin fungiere. In diesem geschützten Rahmen können sich Türen zu dem öffnen, was hinter den körperlichen Beschwerden steckt: traumatische Erinnerungen. Diese können nicht nur an bestimmte Körperregionen gebunden sein, sondern auch unspezifisch tief im gesamten Nervensystem festgesetzt sein.
Trauma im Körper
Traumata hinterlassen oft Spuren, die sich im Nervensystem „einfrieren“ oder blockieren. Das bedeutet, dass die körperliche und emotionale Reaktion auf das Erlebnis nicht vollständig verarbeitet wurde und weiterhin im Hintergrund aktiv bleibt, unbewusst und dauerhaft. Dadurch können sich Spannungen, Schmerzen oder Funktionsstörungen im Körper manifestieren, auch wenn die ursprüngliche Ursache schon lange zurückliegt. Durch körperorientierte Traumatherapie in Kombination mit Osteopathie kann geholfen werden, diese Blockaden sanft zu lösen, die Balance im Körper und Nervensystem wiederherzustellen und so tief gehende Heilungsprozesse anzustoßen.
Unterschied Psychotherapie und körperorientierte Traumatherapie
Psychotherapie und körperorientierte Traumatherapie unterscheiden sich wesentlich in ihrer Herangehensweise und dem Zugang zum Trauma. Während die Psychotherapie vor allem auf die mentale Ebene setzt, arbeitet die körperorientierte Traumatherapie direkt am Körper und den dort gespeicherten Spannungen.
Durch das körperliche Loslassen und die damit verbundene Nervensystemregulation, insbesondere durch die von mir gerne verwendete Atemtherapie, wird eine ganz andere Ebene des Traumas angesprochen: eine Ebene, die oft unbewusst und tief im Nervensystem verankert ist. Bewusste Atemtechniken helfen dabei, Blockaden zu lösen und den natürlichen Energiefluss wiederherzustellen, wodurch körperliche und emotionale Prozesse verbunden und verarbeitet werden können. Diese körperliche Ebene des Bearbeitens ermöglicht eine ganzheitlichere Herangehensweise an Traumata.
Sicherheit in der körperorientierten Traumatherapie
Sicherheit hat in meiner körperorientierten Traumatherapie oberste Priorität. Jede Sitzung findet in einem geschützten, respektvollen Rahmen statt, in dem Sie jederzeit die Kontrolle über Tempo und Tiefe des Prozesses behalten. Durch achtsames Arbeiten mit dem Körper, sanfte Atemübungen und eine klare Orientierung im Hier und Jetzt schaffen wir gemeinsam die Grundlage, damit sich Ihr Nervensystem sicher regulieren kann. Es geht nicht um das Überwältigen oder Wiedererleben traumatischer Erfahrungen, sondern um ein behutsames Annähern an das im Körper Gespeicherte, mit Hauptaugenmerk auf das spürbare Ankommen im Jetzt wo Sie sicher sind: ein Zustand der auch in das Unbewusste hineinreicht. So werden alte Erfahrungen gelöst, Ressourcen gestärkt und Stabilität gefördert. Es entsteht Raum für Heilung, ohne das System zu überfordern.